Jenny Beyer
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Sweet and Tender Collaborations
Die Beziehung zwischen ZuschauerInnen und dem bewegten/tanzenden Körper ist eines der Hauptinteressen von Jenny Beyer. Sie hinterfragt die konventionelle Rolle der Zuschauenden, die aus einer fixierten und passiven Position heraus die Darbietung der Darstellenden auf der Bühne bewerten und konsumieren. Wie genau ist diese Rollenzuschreibung wirklich? Warum beharren wir, sowohl auf als auch abseits der Bühne, auf solchen vorgefassten binären Positionen: aktiv/passiv, BeobachterIn/Beobachtete, KonsumentInnen/Produkt usw., ohne die zweideutige, paradoxe "Grenzzone" zu beachten, in der Begegnung zwischen den zwei Seiten stattfindet. Ist es nicht so, dass das Theater selbst eine solche Zone sein sollte, ein Raum für intime Begegnungen, in dem sich die Rollen in einem kontinuierlichen Transformationsprozess befinden? Und wenn ein solches Ideal des Theaters naiv und unrealistisch ist, warum ist das so? Was hindert uns daran, es zu erfüllen? In der Bemühung, neue Antworten auf diese alten Fragen zu finden, hat sich Jenny Beyer im Jahr 2014 mit den TänzerInnen Nina Wollny, Chris Leuenberger, Matthew Rogers, dem Komponisten Jetzmann und den DramaturgInnen Anne Kersting und Igor Dobricic auf eine dreijährige choreografische Reise begeben. Ihre Absicht ist, gegenseitige Rollenzuschreibungen und Annahmen zu umgehen, indem sie eine Studio-basierte Praxis der direkten Kommunikation mit potentiellen ZuschauerInnen entwickelt. Deshalb begann sie im Oktober 2014 eine Serie von OFFENEN STUDIOS. In diesen OFFENEN STUDIOS lädt sie potenzielle ZuschauerInnen ein, am kreativen Prozess der Stückentwicklung teilzunehmen. Solch eine Atelierpraxis soll das Ergebnis der Arbeit so informieren und beeinflussen, dass Tanz und Publikum ein bisschen näher zueinander rücken, wenn nicht physisch, dann zumindest im Geiste.

Das erste Stück der Trilogie LIEBE wurde im Mai 2015 uraufgeführt und untersuchte Möglichkeiten der Nähe und Berührung (sowohl im wörtlichen als auch im metaphorischen Sinne) zwischen ZuschauerInnen und TänzerInnen. Das zweite Stück GLAS wurde im Februar 2016 uraufgeführt und rückt den Tanz wieder in die Ferne, um die Wahrnehmung von Grenzen und Differenzen zu erforschen, die traditionell von der sogenannten "vierten Wand" geprägt sind. FLUSS widmet sich nun als eine Art Synthese der Oszillation zwischen Nah und Fern und sucht nach Bewegungen von ZuschauerInnen und TänzerInnen in einem gemeinsamen Raum. Was passiert, wenn TänzerInnen und ZuschauerInnen einen Raum gleichermaßen teilen. Ist das überhaupt im Theater möglich und wenn nicht, warum nicht?

Nächste Termine OFFENE STUDIOS:
08.09.2017, 18:00h, Tanzhaus Zürich
[Fr] 20. + [Fr] 27.Oktober, 18:00- 19:30, Probebühne 6c, Kampnagel






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Teaching
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Jenny Beyer bei einem Publikumsworkshop, K3-Zentrum für Choreographie, 20.Mai 2014





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